Schwimmhalle 2.0 – Mit dampfdichter Innendämmung zur neuen Wellness-Oase

Dass eine Stahlkonstruktion unter ständigem Feuchte-Einfluss früher oder später zu Rosten beginnt, ist jedem Leihen soweit klar. Was aber tun, wenn die Stahlkonstruktion eine Schwimmhalle ist und Kondensatfeuchte daher zwingend verhindert werden muss? Ing. Christian Weißmann hat genau so einen Fall saniert – aus anfänglichen Herausforderungen wurde ein innovatives Projekt mit großem Mehrwert.

Jahrelang ungenützt

Wir wurden zu diesem Fall gerufen, weil eine vollkommen ungedämmte, im Erdreich liegende, teilweise überbaute Schwimmhalle revitalisiert und in diesem Zuge wärmegedämmt werden sollte. Der Bauherr hatte das Schwimmbad schon seit Jahren nicht mehr genutzt, da der Energieaufwand für Heizung und Entfeuchtung enorm war.

Für eine außenliegende Wärmedämmung , wäre enormer Aufwand nötig gewesen. Unter anderem hätte die gesamte Terrasse des Auftraggebers abgetragen werden müssen. Diese Vorgehensweise sollte vermieden werden, weshalb   Innendämmung mit garantiert 100% Dampfdichtheit gesucht wurde. Besonders die Dampfdichtheit war bei diesem Projekt wichtig, da es sich bei den Wänden um eine reine Stahlkonstruktion handelt (ähnlich wie bei Schiffskontainern). Kondensatfeuchtigkeit würde zum Anrosten der Konstruktion und zum Totalschaden führen.

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Die Schwimmhalle in Stahlkontainerbauweise. Darüber liegt der Garten und die Terrasse. Aufgrund des enormen Energieaufwandes zur Heizung und Entfeuchtung schon jahrelang ungenutzt. Wand und Decke muss daher innen wärmegedämmt werden. Eine Herausforderung an die Dampfsperre.

Schaumglasplatten – die perfekte Lösung

Anfangs dachte das Architektenteam an eine Lösung mit verklebter Aluminiumfolie als Dampfsperre. Im Zuge der Haustechnikplanungen mussten wir diesen Plan jedoch revidieren. Insgesamt sollten aufgrund der Lüftungen, Spots, Schalter und Elektro-Anspeisungen an die 45 Durchdringungen geplant werden, die aus unserer Sicht eine garantiert dampfdichte Ausführung mit Dampfsperrfolien unrealistisch machten.

Wir suchten also  nach einer Alternativlösung und wurden bei dem Unternehmen Pittsburgh Corning fündig. Ihre Schaumglasdämmplatten „FOAMGLAS®“ sind geschlossenzellige Schaumglas-Dämmplatten und in sich 100% dampfdicht. Auch ihre geringe Wärmeleitfähigkeit von λD 0,036 W/(m.K) kann sich sehen lassen.

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Die Trapezblechsicken der stählernen Wandkonstruktion wurden mit vorgefertigten, auf Maß hergestellten Dämmkeilen ausgeglichen.

Der entscheidende Vorteil: Da die Platten in sich dampfdicht sind, können die gesamten Haustechnikinstallation bedenkenlos in die Wärmedämmung eingefräst werden. Verarbeitet wird das Material ähnlich wie Vollwärmeschutzfassaden, mit dem einzigen Unterschied, dass auch der Kleber für die Schaumglasplatten zu 100% dampfdicht ist. Nach Verklebung der FOAMGLAS®-Platten erfolgt die Armierung mit Glasfasergittergewebe, abschließend wird noch Edelputz aufgebracht.

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Die Platten sind gut bearbeitbar, exaktes Angleichen an Bauteile ist dadurch möglich.

Ökologisch und innovativ

Die Schaumdämmglasplatten werden größtenteils aus Recyclingglas hergestellt und frei von umweltschädigenden Flammschutzmitteln oder Treibgasen erzeugt. Selbst nach jahrzehntelangem Einsatz als Wärmedämmung lässt sich FOAMGLAS® durch die Umnutzung als Granulat ökologisch sinnvoll recyceln. Da das Produkt aus Glas besteht gilt die Baustoffklassifizierung nach EN 13501: A1. Das Sortiment besteht aus diversen Plattenstärken, wodurch auch Niveausprünge ausgeglichen, oder hergestellt werden können.

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Holzstaffelkonstruktion als Träger der Holzwandverkleidung wird in die FOAMGLAS® Dämmung integriert.

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Die Decke wird verkleidet. Spezielle Edelstahlklammern halten die Platten zusätzlich zur Verklebung.

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Das Projekt ist fertiggestellt und sowohl technisch, als auch energetisch am Puls der Zeit. Mit FOAMGLAS® konnten wir die schwierige Aufgabe der Dampfsperre bei Innendämmungen perfekt lösen.

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Die eingearbeiteten LED-Leisten erlauben diverse Lichtstimmungen. 100% Dampfdichtheit ist trotz diverser Haustechnikdurchdringungen gewährleistet.

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Deckenspots sind in die Wärmedämmung integriert. Um hier keine Kältebrücken einzubauen, wurden Kästen aus FOAMGLAS® -Platten hinter den Leuchten hergestellt. Nachdem sowohl die Schaumglasplatten, als auch der Kleber 100% dampfdicht sind, kann kein Kondensat entstehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses innovative Produkt die Projektplanung sehr begeistert hat. Durch diese Lösung konnten wir dem Bauherrn eine grunderneuerte Wellness-Oase übergeben, die dem heutigen Stand der Technik entspricht.

Sie haben Fragen zu Innendämmung, oder möchten sich in Ihrer Wellnessoase wieder so richtig wohl fühlen? Kontaktieren Sie uns per E-Mail unter office@weissmann.at oder telefonisch unter +43 1 2597373.

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